Ein Hohlraum unter den Stufen
Die breite Freitreppe vom Parc de la Mar hinauf zur Kathedrale La Seu gehört zu den meistfotografierten Orten Palmas. Täglich gehen hier Tausende Menschen hinauf, die meisten davon Urlauber. Jetzt zeigt sich: Der Zustand der Treppe ist deutlich ernster, als die Stadt im Frühjahr angenommen hatte.
Bei Kamera-Inspektionen haben Techniker der Stadtverwaltung (Cort) unter den Stufen einen Hohlraum von etwa vier bis fünf Kubikmetern entdeckt. Ein Techniker sprach in der Kommission für die Altstadt (Comisión del Centro Histórico) von einer „riesigen Höhle“. Als die Stelle geöffnet wurde, war darunter alles leer. Man konnte die Unterseite der Treppe sehen, und auch die historische Stadtmauer lag frei.
Provisorisch verfüllt, Untersuchungen laufen
Der Hohlraum wurde vorläufig verfüllt, laut Berichten mit Kies. Ziel ist es, die Folgen eines möglichen Absackens klein zu halten. Ein städtischer Experte sagte sinngemäß, wenn etwas nachgebe, dann lieber zehn Zentimeter als einen Meter.
Dabei bleibt es aber nicht. Die Techniker berichteten auch von Rissen, Spalten und Verschiebungen. Am Mittwoch, 21. Oktober, begann die Stadt deshalb mit Sondierungen (catas) direkt neben der Treppe. Zusammen mit geotechnischen Untersuchungen sollen sie zeigen, wie groß der Schaden wirklich ist und welche Fläche saniert werden muss. Schon jetzt räumen die Fachleute ein, dass der Eingriff größer ausfallen dürfte als zunächst geplant. Die Ergebnisse sollen anschließend der Altstadtkommission vorgelegt werden.
Rückblick: Absperrung seit Februar
Die Probleme sind nicht neu. Am 23. Februar sperrte die Stadt die Treppe teilweise ab, weil sich die beiden seitlichen Widerlager leicht verschoben hatten. Als Ursache nannte die Stadt damals einen Rohrbruch einer Leitung des städtischen Versorgers Emaya. Die Feuerwehr stützte eines der Widerlager ab, und für Fußgänger blieb ein rund zwei Meter breiter Durchgang offen. Betroffen ist nach Angaben der Stadt ein Teil der Treppe, der in den 1950er-Jahren angebaut wurde.
Streit um Tempo und Sicherheit
Politisch ist das Thema längst angekommen. PSOE, Més per Palma und der Denkmalschutzverein ARCA kritisieren, dass seit der Absperrung acht Monate vergangen sind. „Es sind nicht nur Risse durch ein Wasserleck. Es gibt strukturelle Schäden durch Bewegungen an den Seiten und an der Treppe“, sagte die Més-Stadträtin Kika Coll. Die PSOE sprach bei einem Termin vor Ort von „Einsturzgefahr“ und forderte Bürgermeister Jaime Martínez sowie Inselratspräsident Llorenç Galmés zu schnellem Handeln auf.
Die Stadt widerspricht. Der stellvertretende Rathaussprecher Llorenç Bauzá erklärte, es bestehe „keine Gefahr eines Einsturzes der Struktur“. Man arbeite seit Februar daran, die Sicherheit der Bürger zu garantieren und die Treppe instand zu setzen.
Was das für dich bedeutet
- Weiter begehbar, aber eingeschränkt: Ein Teil der Treppe ist seit Februar abgesperrt, ein schmalerer Durchgang bleibt offen. Wegen der Sondierungen kann es vor Ort zu weiteren Absperrungen kommen.
- Absperrungen respektieren: Bitte nicht über Zäune steigen, auch nicht fürs perfekte Foto.
- Alternativen nutzen: Zur Kathedrale kommst du auch bequem über Plaça de la Reina und den Bereich um den Almudaina-Palast oder durch die Altstadt.
- Mit Kinderwagen oder Rollstuhl lieber gleich die Route über die Altstadt planen.
- Planung im Blick behalten: Wann saniert wird und wie lange das dauert, ist noch offen. Wir berichten, sobald die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen.
- Am Samstag, 24. Oktober, findet direkt nebenan im Parc de la Mar das Raïm Wine Fest statt. Dann ist rund um die Treppe mit besonders viel Betrieb zu rechnen.
Grundlage dieses Artikels: Diario de Mallorca, RTVE und Mallorca Magic. Alle Quellen findest du unten verlinkt.



